2. Rituale sind kommunikative Handlungen

Rituale kommunizieren Absichten, Werte, Ideen und Entschlüsse. Welche genau, kann man zumeist nur aus dem Kommunikations-Kontext entscheiden. Die „Botschaften“ von Ritualen sind relativ stabil. Häufig sind es nicht die, die das Ritual oder die Ritualteilnehmer zu transportieren vorgeben. Gleiche Handlungen teilen häufig gleiche oder ähnliche Sacherhalte mit. Sie tun dies in einem Rahmen, in dem die Botschaft verstanden wird, auch wenn sie nicht jeder Beteiligte verbalisieren kann. Sind nun alle Rituale ein archaischer Ballast, den man baldmöglichst ablegen sollte, um gezielt und sachdienlich zu kommunizieren? – Sicherlich könnte man das tun. Aber was hätte man damit erreicht? Rituale sind seit ihrem Entstehen dazu geeignet, Kommunikations-Stereotypen festzulegen und damit dem Einzelnen Sicherheit zu geben, seine Einheit mit der Gruppe fühlbar werden zu lassen. Rituale bestärken die Einheit einer Gruppe, auch gegen „außen“, gegen die Anderen. Sie geben Sicherheit, schaffen Identität und bestärken innere Hierarchien. Schaut man sich so manche vermeintlich „sachliche Kommunikation“ an, dann wird man feststellen, dass sie von zahlreichen, zumindest sprachlichen Ritualen durchsetzt ist. Thomas S. Kuhn hat in seiner „Struktur wissenschaftlicher Revolutionen“ gezeigt, dass sich selbst die strengsten Theorien und ihre wissenschaftliche Paradigmen auf eine Anhängerschaft, eine Wissenschaftler-Gemeinschaft hin definieren. Und Gemeinschaften kommen ohne Rituale nicht aus; sie brauchen sie zur Bestärkung ihrer Einheit.

1. Rituale sind allgegenwärtig

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